RC Xpress - Xpresso M1

Seit Anfang 2017 reiht sich ein neues Chassis in das Mini-Format mit 210mm Radstand ein: Das Xpresso M1 von RC Xpress.

RC Xpress hat eigentlich schon ein ganz lange Historie in der M-Chassis Szene. Los ging es 1996 mit dem RC Xpress Mini Road Runner. Im Vergleich zur TAMIYA Plastikbauweise wurden Carbon-Platten verwendet, um mit wenig Gewicht eine hohe Stabilität zu erreichen. Der Antrieb der Vorder- und Hinterachse wurde über Riemen geläst, welche jeweils ein Kugeldifferential für die Kraftübertragung nutzten. Die Aufhängung der Räder war komplett einstellbar - obwohl Tourenwagen damals auch noch nicht weit verbreitet waren, machte das MRR Series 962 schon einiges her.

An diese Tradtion hat RC Xpress nun wieder angeknüpft. Zunächst mit dem Xpresso K1, ein Chassis mit ca. 180mm Radstand, also noch kürzer als ein M-Chassis und daher in der "K-Chassis" Serie erschienen. Kurz darauf wurde das Xpresso M1 Chassis mit Heckantrieb und 210mm Radstand veröffentlicht. Man kann sagen, dass das M06-Chassis als Vorbild diente, aber das bezieht sich tatsächlich nur auf den Heckantrieb. Alles andere ist komplett unterschiedlich und TAMIYA-Teile können nicht verwendet werden. Es ist ein sehr hochwertiges Chassis und wird mit allen notwendigen Teilen für den Betrieb ausgeliefert.

Differential

Beim Xpresso M1 wird ein Kegel-Differential an der hinteren Achse eingesetzt. Dieses wird über einen Riemenantrieb in Schwung gebracht. Standardmäßig wird ein Hauptzahnrad mit 116 Zähnen geliefert. RC Xpress emphielt ein Motorritzel mit 50 Zähnen (64p), allerdings ist das schon sehr knapp bemessen und bringt auch eine hohe Endgeschwindigkeit - gerade am Anfang, wenn man sich mit dem Chassis noch vertraut machen muss, ist ein kleineres Motorrizel emfpehlenswert.

Fahreigenschaften

Im Modellbau ist Heckantrieb eher etwas Besonderes. Das liegt nicht zuletzt an den damit verbundenen Fahreigenschaften. Genau wie beim Maßstab 1:1 gilt auch im Modellbau bei Antrieb hinten: Heckschleuder! Bei zu viel Gas bricht das Heck leicht aus. Aber man kann auch im kleinen Maßstab mit der Lenkungen entgegenwirken. Dazu benötigt man einen schnellen und sauber eingestellten Servo. Es lassen sich durch den platzsparenden Aufbau nur Low-Profile-Servos verwenden. Dieser wird über Kopf an der Vorderachse eingebaut und die Lenkbewegung wird direkt auf die Vorderräder übertragen. Das bewirkt eine sehr präzise und direkte Lenkung. Durch einfachen Umbau der Lenkhebel (andere Position zwischen Lenkstange und Lenkhebel) lässt sich das Chassis auch von Tourenwagen auf "Drift" umbauen. Die Vorderräder schlagen durch die Anpassung deutlich weiter ein und mit entsprechenden harten Plastikreifen und einem Kreisel/ Gyro lässt sich das Chassis dann in ein stetiges Driften überführen.

Aufbau und Gewichtsverteilung

RC Xpress hat sich für einen klassischen RMR-Aufbau entschieden: Rear Mid Engine, Rear wheel drive - also Mittelmotor und Heckantrieb. Im Maßstab 1:1 findet man dieses Layout bspw. beim Renault 5 Turbo oder beim Lancia Stratos - beide Karossieren gibt es auch im 210mm M-Chassis Format.

Die Gewichtsverteilung ist durch den Motoraufbau auch eher nach hinten zur Hinterachse orientiert. Das Chassis liegt sehr flach, damit ist der Schwerpunkt auch sehr tief. Die Batterie lässt sich quer direkt vor dem Motor einbauen. RC Xpress bietet die Möglichkeit, normal große Akkus und Shorty Akkus zu verwenden - für beide Varianten werden passende Akku-Halterungen mitgeliefert.

Auf der Vorderachse liefert der Servo das notwendige Gewicht, um in Kurven auch den ausreichenden Grip der Vorderreifen zu bekommen. Das Chassis ist damit sehr ausgeglichen, was die Gewichtsverteilung anbelangt.

Tuning und Setup

Xpresso M1 Setup Sheet, normal grip vs. high gripEigentlich lohnt sich dieser Abschnitt kaum: Tuning ist beim Xpresso M1 überflüssig da sämtliche Teile bereits aus besten Materialien gefertigt sind. Selbst die Aufhängung ist aus Carbon und Aluminium gefertigt und alles lässt sich nach Belieben einstellen.

Das Setup ist entsprechend umfangreich möglich. RC Xpress beschreibt in der Anleitung verschiedene Einstellungen, je nachdem wie stark die Bodenhaftung (Grip) sein soll. Die Abbildung zeigt dazu ein Beispiel - weitere Einstellungen sind durch ein Setup Board immer möglich.

Eine Besonderheit beim Xpresso M1 ist die aktive Hinterachsaufhängung. Wenn das Chassis einfedert, verändert sich die Spur der Hinterräder. Dadurch wird mehr Grip erreicht, was vor allem bei hoher Geschwindigkeit auf langen Geraden für mehr Stabilität sorgt.