RCK Kleinserie: M-Chassis

RCK Kleinserie: M-Chassis

Wer sich schon einmal gefragt hat, wie sich der Look eines klassischen Oldtimers mit moderner RC-Renntechnik verbinden lässt, findet in der RCK Kleinserie „M-Chassis" die passende Antwort. Diese Klasse setzt bewusst auf kleinere, wendige Fahrzeuge im M-Chassis-Format und kombiniert relativ freie Technik mit einer streng vorgeschriebenen, aber optisch äußerst reizvollen Karosserieauswahl. Das Ergebnis: ein Starterfeld voller formschöner Klassiker, die auf der Strecke ein rundum stimmiges Bild abgeben – und trotzdem hart umkämpfte Rennen liefern.

Die Idee hinter der Klasse

Im Gegensatz zu klassischen Tourenwagen-Chassis sind M-Chassis-Fahrzeuge deutlich kompakter dimensioniert. RCK nutzt genau dieses kleinere Format, um eine Rennserie zu schaffen, in der die Karosserie nicht nur Beiwerk, sondern zentrales Gestaltungselement ist. Die Auswahl beschränkt sich ausdrücklich auf vorbildgetreue Oldtimer-Karosserien – von kompakten Kleinwagen bis zu sportlichen Coupés der 60er, 70er und 80er Jahre. So entsteht auf der Strecke ein optischer Mehrwert, den man in dieser Form selten findet: Statt gleichförmiger Einheitskarosserien liefern sich hier BMW 2002, VW Käfer, Citroën 2CV, Alfa Romeo GTA und viele weitere Klassiker packende Duelle.

Gleichzeitig bleibt die technische Basis, also das Chassis selbst, weitgehend freigestellt. Damit lässt sich der optische Charme eines Oldtimers mit dem individuellen Fahrgefühl unterschiedlichster Chassis-Hersteller kombinieren – eine clevere Mischung aus Reglementierung und Freiheit.

Das technische Reglement im Überblick

Damit alle Fahrzeuge trotz unterschiedlicher Chassis-Basis auf einem vergleichbaren Leistungsniveau starten, hat RCK ein klar strukturiertes Reglement aufgestellt:

Chassis: Erlaubt sind grundsätzlich alle 1:10 M-Chassis, sowohl in 2WD- als auch in 4WD-Ausführung. Voraussetzung ist eine Einzelradaufhängung an Vorder- und Hinterachse – klassische Pan Cars sind ausgeschlossen. Um die Kosten und die technische Vergleichbarkeit im Rahmen zu halten, sind Chassisplatten und Oberdecks aus Kohlefaser, Aluminium, Titan oder Stahl verboten. Die unteren Querlenker müssen aus spritzgegossenem Kunststoff bestehen – 3D-gedruckte Teile sind nicht zulässig. Eine Sonderregel gilt für Chassis der Marke Carten: Hier ist zusätzlich ein Chassis und Oberdeck aus dem originalen Eco-Kohlefaser-Material des Baukastens erlaubt.

Radstand und Spurbreite: Zulässig sind die Radstände 210 mm, 225 mm oder 239 mm – passend zur jeweils gewählten Karosserie. Die Spurbreite darf maximal 170 mm betragen. Ein Mindestgewicht ist nicht vorgeschrieben, hier bleibt den Fahrern volle Freiheit bei der Fahrzeugabstimmung.

Antrieb: Als Motor ist ausschließlich der RCK Flat-Six Turbo Brushless (Art.-Nr. 240114) zugelassen, angesteuert wird er über den RCK Brushless Regler 1 (240112) oder alternativ den RCK Brushless Regler 1 – Plan B (260278). Damit ist sichergestellt, dass alle Fahrzeuge über die gleiche Antriebsbasis verfügen und sportliche Unterschiede primär durch Fahrkönnen und Set-up entstehen.

Untersetzung: Die maximale Gesamtübersetzung liegt bei 1 zu 5,7. Ein RC-XPRESS XM1S kann zum Beispiel mit einer Übersetzung von 102:34 bei 210/225 mm Radstand bzw. 108:36 bei 239 mm gefahren werden. Sollte bei anderen Chassis Unklarheit über die interne Übersetzung bestehen, ist der Fahrer in der Pflicht, diese anhand der Bauanleitung nachzuweisen und die Gesamtübersetzung zu belegen.

Karosserie und Flügel: Erlaubt sind ausnahmslos die in der offiziellen Liste geführten Karosserien – und zwar jeweils nur in Kombination mit dem passenden Radstand. Flügel dürfen nur verwendet werden, wenn sie der jeweiligen Karosserie beiliegen; eine Pflicht zur Montage besteht jedoch nicht.

Reifen: Gefahren wird mit RCK Einheitsreifen in zwei Härtegraden – Soft (Art.-Nr. 250201) und Medium (Art.-Nr. 250202). Mischbereifung ist erlaubt, die Reifen dürfen jedoch ausschließlich in Verbindung mit den mitgelieferten, bereits fertig geklebten Felgen und Einlagen verwendet werden.

Akku, Haftmittel und Laufzeiten: Als Energiequelle sind Hardcase-LiPo-Akkus mit einer maximalen Ladeschlussspannung von 8,4 V vorgeschrieben. Haftmittel sind freigestellt, müssen jedoch geruchlos sein. Die Vorläufe dauern 5 Minuten, das Finale 8 Minuten. Beim Tuning gibt es keine Einschränkungen – hier darf jeder Teilnehmer sein Fahrzeug nach eigenem Ermessen optimieren.

Zugelassene M-Chassis Karosserien

Hersteller + Bezeichnung Radstand Bemerkung
HPI 7215
BMW 2002
225 mm Heckschürze Pflicht, Heckspoiler optional
HPI 7209
Datsun 510
225 mm Heckschürze Pflicht
HPI 7210
Datsun 240Z
225 mm Heckschürze Pflicht, weitere Anbauteile optional
Tamiya 1825147
VW Käfer
239 mm Scheinwerferattrappen (9005486) Pflicht, weitere Anbauteile optional
Tamiya 1825349
Mini Cooper Racing
210 mm
Tamiya 51594
NSU TT
239 mm Anbauteile optional
Tamiya 51605
Citroën 2CV Charleston
239 mm Frontscheinwerfer Pflicht, weitere Anbauteile optional
Tamiya 51616
VW Bus T1
239 mm Anbauteile optional
Tamiya 51617
Citroën 2CV Rally
239 mm Frontscheinwerfer Pflicht, weitere Anbauteile und Zusatzscheinwerfer optional
Tamiya 51635
VW Karmann Ghia
239 mm Anbauteile optional
Tamiya 51658
Ford Escort Mk II
239 mm Anbauteile optional
Tamiya 51672
Lotus Europa
225 mm Anbauteile optional
Tamiya 51690
Renault Alpine A110
210 mm Zusatzscheinwerferattrappen und Lufteinlässe Motor Pflicht, weitere Anbauteile optional
Tamiya 51706
VW Golf II GTI 16V
239 mm Anbauteile optional
Tamiya 51709
Fiat Abarth 1000 TCR
210 mm Anbauteile Front und Heckklappe Pflicht, Motorattrappe optional, Klappe darf geschlossen werden
Tamiya 51710
Fiat 131 Abarth
239 mm Spoiler an der Heckklappe Pflicht, weitere Anbauteile optional
Tamiya 51727
Opel Kadett C GT/E
239 mm Anbauteile optional
Tamiya 51729
Alfa Romeo Giulia Sprint GTA
225 mm Grilleinsatz mit Scheinwerfern Pflicht, weitere Anbauteile optional
Tamiya 51730
Citroën DS
239 mm Front- und Heckschürze sowie Scheinwerferattrappen Pflicht, weitere Anbauteile optional

Diese Liste zeigt eindrucksvoll, wie breit das Spektrum der Oldtimer-Ästhetik in dieser Klasse gefasst ist – von kompakten Alltagsklassikern wie dem VW Käfer oder dem Citroën 2CV über sportliche Ikonen wie den BMW 2002 und den Alfa Romeo GTA bis hin zu skurrilen Exoten wie dem VW Bus T1. Wichtig ist dabei, dass jede Karosserie nur mit dem passenden Radstand kombiniert werden darf – wer also eine 210-mm-Karosserie fährt, benötigt auch ein Chassis mit entsprechendem Radstand.

Fazit

Die RCK Kleinserie "M-Chassis" ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie sich Optik und Sportlichkeit im RC-Rennsport miteinander verbinden lassen. Durch die klare technische Reglementierung – einheitlicher Motor, einheitlicher Regler, festgelegte Übersetzung und Reifen – bleiben die Fahrzeuge in ihrer Leistung nah beieinander. Die relative Freiheit bei der Chassiswahl erlaubt es Fahrern trotzdem, ihr bevorzugtes Fahrgefühl umzusetzen. Und mit der liebevoll kuratierten Karosserieliste voller Oldtimer entsteht ein Starterfeld, das nicht nur spannenden Rennsport, sondern auch ein echtes optisches Highlight auf jeder Rennstrecke bietet. Wer Lust auf nostalgischen Charme gepaart mit ambitioniertem Renngeschehen hat, sollte dieser Klasse definitiv eine Chance geben.