Tamiya M-07 CONCEPT

Tamiya M-07 CONCEPT

Mit dem M-07 CONCEPT, der siebten Generation der M-Chassis-Reihe, ging Tamiya am 20. Juni 2017 völlig neue Wege. Auffälligster Unterschied zum Vorgänger: Das Chassis kann ausschließlich mit den Radständen 225 mm und 239 mm aufgebaut werden – der kurze 210-mm-Radstand, den viele Fahrer vom M-03 und M-05 kannten, entfällt. Diese Entscheidung war kein Zufall, sondern eine klare Ansage: Der M-07 ist für den Renneinsatz optimiert, und längere Radstände bedeuten mehr Stabilität bei höheren Geschwindigkeiten. Kein Wunder, dass sich der M-07 innerhalb kürzester Zeit zum dominierenden Chassis im TAMIYA Eurocup entwickelte und bei kaum einem Rennen auf dem Treppchen fehlt.

Konstruktion – ein kleiner Tourenwagen

Tamiya blieb dem bewährten Monocoque-Rahmen treu, verpasste ihm aber eine grundlegende Überarbeitung. Der Rahmen ist schmaler als beim M-05 und schafft Platz für längere Querlenker, die das Chassis spürbar weicher und progressiver einfedern lassen – ein deutlicher Vorteil auf welligen Strecken, wo der Vorgänger gelegentlich zum Stempeln neigte. Die längeren Hebel erzeugen zudem ein sattes, vertrauenserweckendes Fahrgefühl, das man sonst eher von großen 190-mm-Tourenwagen kennt.

Das Getriebe mit drei Zahnrädern ist konstruktiv wesentlich einfacher zu warten: Das Differential sitzt direkt unter der Getriebeabdeckung und ist mit wenigen Handgriffen zugänglich, während es beim M-05 tief im Monocoque-Rahmen vergraben war und eine halbe Demontage des Chassis erforderte. Ein Segen für jeden, der zwischen zwei Rennläufen das Diff-Setup anpassen muss.

Dass der M-07 so ausgereift ist, kommt nicht von ungefähr: Verantwortlich zeichnet derselbe Tamiya-Entwickler, der auch das hochgelobte TA-07 Tourenwagen-Chassis entworfen hat. Entsprechend finden sich viele Details wieder, die sonst der 190-mm-Klasse vorbehalten sind.

Technische Spezifikationen

Hersteller TAMIYA
Modell M-07 CONCEPT (58647)
Maßstab 1:10
Antrieb Vorderradantrieb über Getriebe
Motortyp und -position Motor Typ 540 hinter der Vorderachse
Interne Übersetzung 3.1221 zu 1
Akku-Größe LiPO-Shorty oder Stick-Pack, normale Bauhöhe
Spurbreite 165mm
Radstand 225mm, 239mm
Material (Chassis-Platte) Plastik
Erscheinungsdatum 20. Juni 2017

Der M-07 im TAMIYA Eurocup

Der M-07 ist in der M-Chassis-Klasse des TAMIYA Eurocup powered by CARSON das Maß aller Dinge. Das strikte Einheitsreglement schafft gleiche Bedingungen für alle und stellt Fahrkönnen über Materialschlachten.

Motor und Regler

Zugelassen ist das Carson Dragster 3 Brushless-Combo: ein sensorloser 16-Turns-Motor in 540er-Baugröße mit dem zugehörigen Dragster-3-Regler, der zwingend im Blinky-Modus betrieben werden muss. Boost und Turbo sind deaktiviert, die Timing-Werte stehen auf null.

Die Charakteristik dieser Kombination ist perfekt auf die M-Chassis-Klasse abgestimmt: Die Leistungsentfaltung ist linear und gut dosierbar ohne plötzliche Drehmomentspitzen. Als sensorloser Motor bietet die Carson-Einheit ein geschmeidiges, fast gedämpftes Ansprechverhalten – ideal für enge, technische Strecken, auf denen eine bissige, schwer kontrollierbare Leistungsabgabe sofort bestraft würde. Mit etwa 35 bis 40 km/h Spitzengeschwindigkeit wirkt das Setup auf den ersten Blick unspektakulär, entfaltet seinen Reiz aber in engen Rad-an-Rad-Duellen, bei denen nicht die Höchstgeschwindigkeit, sondern die perfekte Dosierbarkeit über Sieg oder Niederlage entscheidet. Wer zu früh zu viel Gas gibt, schiebt über die Vorderachse und verliert wertvolle Zeit. Der Blinky-Modus stellt sicher, dass niemand durch versteckte Software-Tricks einen Leistungsvorteil erzielt – gemessen werden kann der Regler zudem direkt am PC über die Carson-Software.

Karosserien

Das Reglement erlaubt ausschließlich originale Tamiya-M-Chassis-Karosserien – darunter Klassiker wie Mazda MX-5, Alfa Romeo MiTo, Honda Civic Type R, Mini Cooper oder VW Beetle. Nicht-Tamiya-Bodys und reine Race-Shells von Drittherstellern sind nicht zugelassen.

Aerodynamisch hat sich die Suzuki Swift Sport (bzw. Swift Super 1600) als erste Wahl etabliert: Ihre niedrige, flache Silhouette und die strömungsgünstige Dachlinie reduzieren den Luftwiderstand spürbar. Die kompakte Front und das steil abfallende Heck sorgen für eine ausgewogene Aerodynamik-Balance mit genügend Anpressdruck auf der Vorderachse für präzises Einlenken, ohne das Heck bei hohem Tempo unruhig werden zu lassen. Auf Strecken mit langen Geraden kann der Unterschied zu hohen, kastenförmigen Karosserien wie dem Mini Cooper oder Suzuki Jimny durchaus mehrere Zehntel pro Runde betragen. Auch der Mazda MX-5 (NA) gilt mit ähnlich günstiger, flacher Aerodynamik als starke Alternative.

Fahreigenschaften & Setup

Auf der Strecke präsentiert sich der M-07 als ausgewogener Fronttriebler mit Tourenwagen-Genen. Der 239-mm-Radstand bietet maximale Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten, der 225-mm-Radstand punktet auf engen, verwinkelten Kursen mit spitzerem Einlenkverhalten. Für knackiges Einlenken empfiehlt sich der vordere Stabilisator sowie das optionale Alu-Umlenkhebel-Set, das das Spiel im Lenkgestänge minimiert. Mit dem richtigen Setup, der passenden Karosserie und einem disziplinierten "Gasfuß an der Funke" ist der M-07 CONCEPT das ideale Werkzeug für den Tamiya Eurocup – und darüber hinaus.